Google schraubt monatlich an seinen Demand-Gen-Kampagnen. Im Juni 2026 ist das Update besonders dicht: Neue KI-Creatives, erweiterte Placements, Retailer-Datenanbindung und der offizielle Startschuss zur Ablösung klassischer Display-Kampagnen kommen gleichzeitig. Wer Google Ads ernsthaft betreibt, hat jetzt einiges zu tun.
Veo bringt Video-Ads auf Knopfdruck
Das auffälligste neue Feature: Advertiser können mit Googles eigenem KI-Modell Veo statische Bilder direkt im Ads-Workflow in Videoanzeigen umwandeln. Kein externes Produktionsteam, kein separates Tool – die Videocreation passiert innerhalb der Kampagnenoberfläche. Gleichzeitig lassen sich YouTube-Creator-Inhalte einfacher als Boost-Ads schalten. Creator Partnerships auf YouTube-Shorts-Inventar haben laut Googles eigenen Daten im Schnitt einen 30-prozentigen Anstieg des Conversion Lifts erzielt, bei gleichbleibender CPA-Effizienz. Für Marken ohne eigene Video-Produktion öffnet das einen direkten Weg zu professionell wirkendem Bewegtbild-Inventar.
Google Maps als neues Demand-Gen-Placement
Neu ist auch, dass Demand-Gen-Kampagnen jetzt Promoted Pins auf Google Maps ausspielen können. Lokale Händler, Restaurants und Dienstleister können erstmals reine Maps-Only-Kampagnen schalten – ein Format, das es in dieser Form bei Demand Gen bisher nicht gab. Das macht die Kampagnenart erstmals auch für standortgetriebene Geschäftsmodelle wirklich interessant, nicht nur für E-Commerce oder Brand-Awareness. In Kombination mit den bestehenden Placements auf YouTube (inklusive Shorts), Discover, Gmail und dem Google Display Network deckt Demand Gen damit bis zu 3 Milliarden monatlich aktive Nutzer ab.
Retailer-Daten fließen in Demand Gen
Ein strategisch bedeutsames Update ist die Integration von Googles Commerce Media Suite in Demand Gen. Bislang liefen Aktivierungen mit Retailer-First-Party-Daten primär über Display & Video 360 gegen retailereigenes Inventar. Jetzt können dieselben Zielgruppenpools direkt auf YouTube, Discover und Gmail ausgespielt werden – in einer einzigen Kampagnenoberfläche. Das positioniert Google im wachsenden Retail-Media-Markt direkter gegen Amazon DSP und Walmart Connect, die Retailer-Daten bereits auf externen Plattformen wie Meta und TikTok einsetzen. Parallel dazu gibt es View-Through-Conversion-Optimierung für YouTube-Traffic sowie DV360-API-Support für Demand Gen.
Für E-Commerce-Marken lohnt sich zudem ein Blick auf die aktualisierten Product Feeds: Wer Videos direkt im Google Merchant Center hochlädt, kann diese dynamisch über Demand-Gen-Kampagnen auf Basis von Echtzeit-Nutzerinteressen ausspielen. Google nennt einen durchschnittlichen Conversion-Anstieg von 33 Prozent für Advertiser mit breitem Produktsortiment, die Product Feeds in Demand Gen nutzen – basierend auf Daten aus dem Zeitraum Mai bis Juni 2026.
Display-Kampagnen laufen aus – Migration läuft an
Parallel zu den neuen Features vollzieht sich eine strukturelle Weichenstellung: Google startet im Juni 2026 das schrittweise Auslaufen klassischer Google Display Ads. Berechtigte Advertiser können bestehende Display-Kampagnen jetzt über ein Migrationstool im Google-Ads-Konto zu Demand Gen überführen. Bis Januar 2027 können Werbetreibende neue Display-Kampagnen noch manuell in Demand Gen verschieben; danach ist die manuelle Erstellung klassischer Display-Kampagnen nicht mehr möglich. Verbleibende Kampagnen werden später automatisch migriert.
Das ist kein kleiner Schritt. Wer in den vergangenen Jahren auf separaten Display-Kampagnen aufgebaut hat – mit eigenen Gebotsstrategien, Zielgruppen und Ausschlüssen – muss die Migration sorgfältig planen. Die Einstellungen werden zwar übernommen, aber die Kampagnenlogik von Demand Gen unterscheidet sich vom klassischen Display in Bezug auf Targeting, Creatives und Optimierungsziele spürbar.
Was das für Marketer bedeutet
Demand Gen ist nicht mehr nur ein Experiment für Social-affine Advertiser. Die Ausweitung auf Maps, die Retailer-Datenanbindung und der Zwang zur Display-Migration machen die Kampagnenart zum neuen Standard für Upper- und Mid-Funnel-Aktivierungen bei Google. Wer die Transformation aktiv gestaltet, statt auf die automatische Migration zu warten, behält die Kontrolle über Budgets, Lernphasen und Audience-Strukturen.
Ähnlich wie Googles EU-weite Pflicht zur Finanzwerbung-Verifizierung folgt auch dieser Schritt dem Muster, bestehende Freiheitsgrade schrittweise einzuschränken und Advertiser in neue Strukturen zu überführen. Wer Erfahrungen mit KI-gesteuerten Kampagnenformaten hat, wird den Wechsel leichter meistern – wer bislang stark auf manuelle Steuerung gesetzt hat, muss umdenken. Wie Metas Small Business Growth Academy zeigt, sind es oft die größeren Plattformverschiebungen, die kleineren Werbetreibenden die meisten blinden Flecken hinterlassen.
Für Advertiser mit Display-Kampagnen im Account gilt jetzt: Migration prüfen, Creative-Assets (insbesondere Videos) vorbereiten und Audience-Strukturen für Demand Gen anpassen – bevor Google die Entscheidung übernimmt.
Quellen
- Google Ads Blog – Elevate your campaign performance with June’s Demand Gen Drop
- Google Ads Help – About Demand Gen campaigns
- Google Ads Help – Google display ads campaigns have a new home in Demand Gen
- The Keyword – Google Opens Demand Gen to Retailer Audience Data
- Search Engine Journal – Google Is Retiring Standalone Display Campaigns In Favor Of Demand Gen
- Google Ads Blog – Upgrade your creative performance with March’s Demand Gen Drop
- Groas – Google Ads Demand Gen Campaigns: The Complete 2026 Guide
Beitragsbild: Foto von Zulfugar Karimov auf Pexels
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